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Reiseapotheke zusammenstellen: Was Sie wirklich brauchen

In eine Reiseapotheke gehören Ihre regelmäßig benötigten Medikamente, verordnete Notfallmittel und eine kleine Grundausstattung für Beschwerden und Verletzungen unterwegs. Dazu zählen zum Beispiel Pflaster, ein Fieberthermometer und ein für Sie geeignetes Schmerzmittel. Was Sie zusätzlich brauchen, hängt davon ab, wohin Sie reisen, wie lange Sie bleiben und was Sie dort vorhaben.

Für ein Wochenende in einer Stadt packen Sie anders als für eine Wanderung mit Übernachtungen fernab der nächsten Apotheke. Beginnen Sie deshalb mit den Dingen, die Sie persönlich brauchen. Die folgende Checkliste hilft Ihnen anschließend, mögliche Lücken zu finden.

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Reiseapotheke: Checkliste für Ihren Urlaub

Gehen Sie die Liste vor dem Packen durch. Vieles liegt vielleicht schon in Ihrer Hausapotheke. Ergänzen Sie, was für Ihre Reise sinnvoll ist, und lassen Sie die Auswahl der Arzneimittel auf Alter, Vorerkrankungen und Ihre übrige Medikation abstimmen.

  • Regelmäßig benötigte Medikamente

    Dauermedikamente, verordnete Notfallmittel und Zubehör, etwa für Inhalation oder Injektionen. Planen Sie genug für die gesamte Reise und mögliche Verzögerungen ein.

  • Pflaster und Wundversorgung

    Pflaster, sterile Wundauflagen, Fixiermaterial und Einmalhandschuhe. Wenn Sie viel zu Fuß unterwegs sind, denken Sie auch an Blasenpflaster.

  • Schmerzen und Fieber

    Ein geeignetes Schmerz- und Fiebermittel sowie ein Fieberthermometer. Prüfen Sie, was für die einzelnen Mitreisenden infrage kommt.

  • Magen und Darm

    Ein Präparat für eine orale Elektrolytlösung und bei Bedarf Mittel gegen bekannte Beschwerden, etwa Sodbrennen oder Verstopfung.

  • Sonne und Insekten

    Sonnenschutz und, je nach Reiseziel, ein passendes Insektenschutzmittel. Bei Reisen mit Kindern auf altersgerechte Produkte achten.

  • Allergien und Reiseübelkeit

    Wer zu Allergien oder Reiseübelkeit neigt, sollte geeignete Mittel vor der Abreise auswählen und mit der bestehenden Medikation abstimmen.

Auch wichtig: Packen Sie eine aktuelle Medikamentenliste, die Gebrauchsinformationen und benötigte Dosierhilfen ein. So haben Sie Namen, Dosierung und Anwendung auch unterwegs zur Hand.

Die Checkliste der ABDA zeigt weitere mögliche Ergänzungen. Sie müssen aber nicht alles daraus mitnehmen. Wenn Ihnen zum Beispiel beim Autofahren häufig übel wird, kümmern Sie sich vor der Abfahrt um ein geeignetes Mittel. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zu Reiseübelkeit.

Zuerst die Medikamente, auf die Sie angewiesen sind

Zählen Sie den Vorrat Ihrer Dauermedikation nach der verordneten Anwendung durch. Reicht er bis zur Rückkehr? Brauchen Sie ein neues Rezept oder Verbrauchsmaterial? Kümmern Sie sich rechtzeitig darum, besonders wenn das Präparat bestellt werden muss.

Eine Reserve hilft bei Verzögerungen. Wie groß sie sein sollte, hängt von Ihrer Reise und den erlaubten Einfuhrmengen ab. Bei längeren Aufenthalten gehört auch die Versorgung am Zielort in die Planung. Mehr dazu lesen Sie unter Medikamente auf Reisen.

Notfallmedikamente sollten unterwegs erreichbar bleiben. Schreiben Sie auf Ihre Packliste außerdem alles, was bis zur Abfahrt im Kühlschrank liegt oder noch benutzt wird. Gerade diese Dinge fehlen leicht in der fertig gepackten Tasche.

Was Reiseziel und Reiseart verändern

Überlegen Sie, wie schnell Sie vor Ort eine Apotheke oder medizinische Hilfe erreichen können. Bei einer Städtereise ist das oft einfacher als auf einer abgelegenen Route. Für eine Wanderung spielen kleine Verletzungen und Blasen eine größere Rolle; bei einem Strandurlaub stehen Sonnen- und Insektenschutz stärker im Vordergrund.

Bei Fernreisen können Impfungen und Maßnahmen gegen örtliche Infektionsrisiken nötig sein. Vereinbaren Sie dafür frühzeitig eine reisemedizinische Beratung, besonders bei chronischen Erkrankungen. Die Hinweise des Auswärtigen Amts zur reisemedizinischen Vorsorge helfen bei der Vorbereitung.

Nennen Sie bei der Beratung möglichst auch Region, Reisezeit und geplante Aktivitäten. Zwei Wochen im Hotel mit einzelnen Ausflügen stellen andere Anforderungen als zwei Wochen abseits größerer Orte.

Reiseapotheke für Kinder zusammenstellen

Für Kinder brauchen Sie eine eigene Prüfung der Arzneimittel. Ein Erwachsenenpräparat wird durch eine kleinere Menge nicht automatisch kindgerecht. Alter, Körpergewicht und die Angaben des Präparats müssen zusammenpassen. Stimmen Sie die Auswahl mit der Kinderarztpraxis oder Apotheke ab.

Packen Sie die mitgelieferte Dosierhilfe ein und prüfen Sie den Vorrat der Medikamente, die Ihr Kind regelmäßig oder im Notfall benötigt. Bewahren Sie die Reiseapotheke auch im Hotel und Ferienhaus außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

Denken Sie bei heißen Reisezielen an die Darreichungsform: Zäpfchen können schmelzen. Besprechen Sie eine geeignete Alternative vor der Abfahrt. Weitere Hinweise zur kindgerechten Ausstattung bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.

Können Sie vorhandene Medikamente mitnehmen?

Ja, wenn sie noch verwendbar sind und zu Ihrer Reise passen. Kontrollieren Sie das Verfalldatum, die Lagerhinweise und bei geöffneten Flaschen, Tuben oder Tropfen die Verwendungsfrist nach Anbruch. Diese kann deutlich früher enden als das aufgedruckte Verfalldatum.

Notieren Sie das Öffnungsdatum, wenn für das Präparat eine Frist nach Anbruch gilt. Ist die Frist unklar, hilft die Gebrauchsinformation oder die Apotheke weiter. Wissen Sie nicht mehr, wann Sie die Packung geöffnet haben, sagen Sie das ausdrücklich. Das Datum lässt sich aus dem Aussehen nicht zuverlässig bestimmen.

Prüfen Sie auch, wie Sie die Medikamente transportieren. Eine vorhandene Kühltasche reicht nur, wenn sie die nötigen Bedingungen über die ganze Strecke hält. Lassen Sie Arzneimittel nicht im heißen Auto liegen. Was Sie bei Hitze, Kühlung und Frost beachten sollten, erklärt unser Beitrag zur richtigen Lagerung auf Reisen.

Wann sollten Sie mit der Vorbereitung beginnen?

Sobald Reiseziel und Dauer feststehen, können Sie den Vorrat prüfen und offene Fragen sammeln. Rezepte, besondere Reisebescheinigungen und eine reisemedizinische Beratung brauchen mehr Vorlauf als das Nachkaufen von Pflastern.

Ein paar Tage vor der Abfahrt folgt der letzte Durchgang:

  • Persönliche Medikamente und verordnete Notfallmittel sind vollständig.
  • Verfalldaten und gegebenenfalls Anbruchfristen sind geprüft.
  • Dokumente, Dosierhilfen und Zubehör liegen bereit.
  • Wichtige Medikamente bleiben unterwegs griffbereit.
  • Die Lagerung ist während der Anreise und am Zielort vorbereitet.
  • Medikamente aus dem Kühlschrank stehen auf der Liste für den Abreisetag.

Wenn Sie Ihre Zusammenstellung besprechen möchten, bringen Sie Ihre Medikamentenliste oder die vorhandenen Packungen sowie die Eckdaten Ihrer Reise mit. Informationen zur Reiseapotheke in der Merian Apotheke im Hauptbahnhof Nürnberg finden Sie auf unserer Serviceseite.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Auswärtiges Amt: Reisemedizinische Vorsorge
  2. ABDA: Checkliste Reiseapotheke
  3. ABDA: Tipps rund um die Reiseapotheke
  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, kindergesundheit-info.de: Die Kinder-Hausapotheke
  5. Bundesministerium für Gesundheit: Arzneimittel richtig aufbewahren und entsorgen
  6. ADAC: Checkliste: Tipps für die perfekte Reiseapotheke